Sonntag, 25. Oktober 2015

Hellmuth Karasek: Frauen sind auch nur Männer

Hellmuth Karasek

Frauen sind auch nur Männer


Nach dem unerwarteten Tod des Autors, habe ich das Buch erst einmal zur Seite gelegt, bevor ich es gestern erneut aufschlug, um die bravouröse Wortflut noch einmal auf mich wirken zu lassen.

Karaseks Kurzgeschichten, die Tagebucheinträge eines großen philosophierenden Literaten, sind das, was der geneigte Leser in der Tasche bei sich führt, um kurze Pausen zu nutzen, sich köstlich zu amüsieren. Langeweile ausgeschlossen. Der Autor reiht die Geschichten aneinander wie sie ihm scheinbar zuflogen. Dabei schadet es nicht, die ein oder andere Geschichte zu überschlagen, besser der Autor hätte seine Ausflüge in die Politik unterlassen, hier muß man schon einer Meinung mit Karasek sein, um das lustig zu finden. (Naja, so im nachhinein: wer kann schon was dagegen haben, das Guido W. und seine FDP immer wieder Thema sind...)

Es sind jedoch die Randnotizen, die zum Weitererzählen scheinbar erfunden wurden, brillant dargelegt und witzig erzählt: "We aplogize for aua English! - 120 Minuten Verspätung im ICE - wie die deutsche Eisenbahn ihre Kunden sprachlich erfreut. (...) Beispiel gefällig? Nach der Ansage 'Wochenend-Tickets sind in diesem Zug nicht gültig' folgt die beunruhigende Übersetzung: 'Ze weekend tickets in zis train are not... äh guilty!' Oder: 'Tu se dschäntelmän hu ordert se Bistro Baguette, your Bistro Baguette is räddi.'"


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Erschienen beim "Heyne Verlag". ISBN: 978-3-453-41824-0.



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