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Sonntag, 1. März 2015

Marion Zimmer Bradley: Der Nebel von Avalon

Für eine über tausendseitige Liebesgeschichte muß auch ein Hintergrund her, bei Marion Zimmer Bradley in ihrem Roman "Der Nebel von Avalon" bildet diesen nicht weniger als die Artus-Sage. Man darf nicht erwarten, daß am Gehalt der Sage viel übrig bliebe oder besser gesagt: deren Inhalt wird so liebesschnulzig, intrigant und esoterisch überfrachtet, daß er kaum noch zu erkennen ist.

Avalon stellt in der Erzählung den mystischen Mittelpunkt dar und ist die religöse Heimat der Göttin des alten Volkes Britanniens, im Roman die "Heiden" des aufziehenden Christentums. Die geistige und weltliche Führerin ist "Viviane – Herrin vom See", neben der ihr zugeordneten Priesterinnen, ist sie auch geistliche Herrin über die Druiden, mithin über Merlin, den (ersten) Berater der Könige (und wiederum Großvater.von Morgaine).
Eigentlich ist die Erzählung ein riesiger Familienepos, sind doch so ziemlich alle Protagonisten in irgendeiner Form miteinander verwandt, letztlich hat König Arturs Sohn die Schwester seines Vaters, Morgaine (Priesterin von Avalon) - sollte eigentlich die Nachfolgerin von Viviane (ihrer Mutter) werden, zur Mutter. So zieht sich der Roman von einem Familienmitglied zum anderen und von einer Intrige zu einer weiteren. Und es sind sehr viele Familienmitglieder und sehr viele Intrigen.
Wem diese weltlichen Verwirrungen noch nicht genug sind, sei auf die vielen eingewobenen Konfilkte zwischen den Religionen verwiesen, die mystisch und esoterisch vielfach die Handlungsweisen bestimmen. Es muß darauf verzichtet werden, dies hier darzustellen, es würde eines eigenen Buch ergeben. Die Geschichte ist ein Kleinmädchentraum in Buchform...

Die Autorin hat es sich nicht nehmen lassen, sich in vier weiteren Bände mit der Geschichte zu befassen.

Das Buch wurde, in der Übersetzung von Manfred Ohl und Hans Sartorius, im "Fischer Taschenbuch Verlag" 1987 veröffentlicht. Das Original, "The Mists of Avalon", stammt aus dem Hause "Alfred A. Knopf", New York, aus dem Jahr 1982.

Das Buch wurde von Regisseur Uli Edel 2001 verfilmt.

ISBN 3-596-28222-5

Hier bei Amazon und Lesen.de zu erhalten.

Das Buch ist im "Begegnungszentrum Pattaya" zur Ausleihe vorhanden.




Montag, 26. Januar 2015

Christopher Paolini: Eragon - Die Weisheit des Feuers

Der dritte Band "Eragon - Die Weisheit des Feuers" von Christopher Paolinis "Eragon"-Reihe ist wieder etwas für echte Leseratten. Die fantasie Geschichten um den Drachen "Saphira" und deren Reiter "Eragon" haben es schon mit den ersten beiden Bänden "Das Vermächtnis der Drachenreiter" und "Der Auftrag des Ältesten" zu Kultbüchern unter der stetig wachsenden Gemeinde von Anhängern geschafft.
Ein besonderer Mythos umgibt solche Romane, die neue Länder beschreiben, fremde Kreaturen entstehen lassen und absrakte Handlungen ermöglichen. Viele kennen das schon aus Tolkins "Der Herr der Ringe".

Auch die hintergründige Handlung basiert auf vordergründigen Rezepten: Auf der einen Seite der böse, alles überragende, grausame König und seine durch Zauber willfährig gemachten Helfer. Auf der anderen Seite die Gegner, die, eigentlich unterlegen, dem Despoten, unterstützt durch ihre Helden, Widerstand leisten.
Lesenswert wird das ganze durch die detailreiche Schilderung des Lebens und Tuns in der mystischen Welt, Die Charaktere werden greifbar. Märchenfiguren für fantasiebegabte Erwachsene (Jugendliche eingeschlossen).

Neben den plastisch geschilderten kriegerichen Auseinandersetzungen und politischen Querelen in und zwischen den "Vaten" (Widerstandskämpfern): Zwergen, Elven, Menschen, Kull und vielen anderen, bestimmt das Leben der Protagonisten den Roman.
Wer die ersten beiden Bücher gelesen hat, wird sich freuen, daß Klarheit über die Herkunft Eragons geschaffen wird. Auch sein Cousin, Roran, ändert seine Familienverhältnisse. Alles natürlich eingebunden in gefährliche Abenteuer und gefühlstbetonte Umstände. Auch die Gegner sind da involviert, handelt es sich doch um seinen Bruder Murthag und den Jungdrachen Dorn, die vom König Galbatorix gezwungen werden, diesen Kampf zu führen. Die kriegerischen Handlungen sind da nur oder eigentlich das "Salz in der Suppe".

Toll übersetzt von Johannis Stefanidis erschien das Taschenbuch 2011 beim cbj Verlag, München. Die amerikanische Originalausgabe erschien 2008 unter dem Titel "Brisingr or The Seven Promises of Eragon Shadeslayer and Saphirn Bjartskular - In heritance Book Three" bei Alfred A. Knopf, New York.

ISBN 978-3-570-40087-6


Hier bei Amazon und Buecher.de zu erhalten.

Das Buch ist im "Begegnungszentrum Pattaya" zur Ausleihe vorhanden.

Das Bild stammt von www.amazon.de.

Die Homepage von Christopher Paolini.


Freitag, 16. Januar 2015

John Updike: S.

"Eine Satire auf das Sektenunwesen und die amerikanischen Mittelstandsfrauen.", beschreibt ein SL das Buch von John Updike, "S.". Nein, das ist keine Satire; Updikes Briefe und Audiobotschaften verschiedener Aussteigerinen und deren Angehörigen triefen vor Zynismus. Die Worte, der Nachhall der Stimmen, die Trostlosigkeit und die Trauer lassen keinen Platz für Satire. Was wir lesen ist nicht überspitzt, sondern die zynische Beschreibung einer Gesellschaft, in der es keinen Platz für nonkonformes Denken gibt oder für Menschen die ihrer Rolle überdrüssig sind.

Bis sich die katholische Welt in Abseits begab, wäre in alter Lesart, ein Kloster die Antwort gewesen. Nun fragt man sich, ist es wirklich Gefahrenabwehr, die vor Sekten warnt oder ist es vielleicht Neid? Natürlich ist es schwer zu verstehen, was  erwachsene Menschen dazu treibt, ihr Leben (und Vermögen) einer Idee zu opfern, die vielen fremd erscheint. Wieviele haben ihr Erbe den Kirchen überlassen? Wie absurd ist das den? Wir sprechen überwiegend von Frauen, die ihren gesellschaftlichen Zwängen überdrüssig wurden. Wer spricht von den Männern, die sich scheiden lassen, um wesentlich jüngere Frauen heiraten zu können?

Wenn der Roman in den USA entstanden ist, bedeuted das nicht, daß sich dies auf die amerikanische Ausprägung beschränkt. Nimmt man die esoterische Subkultur numerisch auf, werden die Europäer zu erschreckenden Zahlen kommen. Da wird der aufklärerische Ansatz at absurdum geführt und der Deckel der Pandora schnell wieder geschlossen. Natürlich wird die Frage gestellt werden, was die Frauenbewegung gebracht hat, wenn das Ergebnis sich darin erschöpft, daß Frauen sich wieder in Abhängigkeiten begeben (freiwillig)...

Updikes Roman wurde von Heidrun Adler ins Deutsche übersetzt und ist 1989 im "Rowohlt Verlag" erschienen. Die Originalausgabe wurde unter dem gleichen Titel "S." bei "Alfred A. Knopf, New York, 1988 verlegt.

ISBN 3-498-06868-7

Hier bei Amazon und Buecher.de (nur gebraucht) zu erhalten.

Das Buch ist im "Begegnungszentrum Pattaya" zur Ausleihe vorhanden.

Das Bild stammt von www.amazon.de.

Eine Diskussion zum Roman findet Ihr hier.